Vielen Dank, lieber Herr Gaunitz!

Nach 20 Jahren geht Herr Gaunitz nun in den wohlverdienten “Ruhestand”. So lange hat er ein- bis zweimal pro Woche bei Wind und Wetter am Zebrastreifen gestanden und dafür gesorgt, dass die Kinder sicher über die Straße kommen.

Ein Job, für den es weder Applaus noch Geld gab, sondern höchstens ein müdes Nicken von Autofahrern. Er tat etwas, das in unserer Zeit fast eine Ausnahme ist: Er nahm sich zuverlässig Zeit für andere – in diesem Fall für unsere Schulkinder. Vielen Dank dafür!

Wir wollten wissen, warum er diese Aufgabe so liebte.
Die Klassensprecherinnen und Klassensprecher der 4. Klassen hatten viele spannende Fragen an Herrn Gaunitz. Warum steht man freiwillig auf, wenn selbst der Bäcker noch schläft? Sie wollten in Erfahrung bringen, warum er das so lange gemacht hat, ob es manchmal Probleme gab oder ob er seinen Dienst auch einmal vergessen hat.

Herr Gaunitz freute sich sehr über das Treffen und war sogar ein bisschen nervös. Er erzählte, dass ihm seine Aufgabe immer sehr viel Spaß gemacht hat. Besonders schön fand er es, morgens die freundlichen Kinder zu sehen, die ihn fast immer nett begrüßt haben. Wenn das Grüßen einmal vergessen wurde, erinnerte er freundlich daran. Erziehung im Vorbeigehen, als Bonus. Auch dafür danken wir Herrn Gaunitz sehr.

Begonnen hat er als Verkehrshelfer, als sein Sohn selbst zur Grundschule ging. Bis kurz vor Weihnachten 2025 stand Herr Gaunitz an „seinem“ Zebrastreifen. Nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung.

Ihm war wichtig, dass Kinder zu Fuß zur Schule gehen: weil sie dadurch selbstständiger werden, weil sie Freunde treffen, sich verabreden, weil der Schulweg ein Teil ihres Lebens ist – und nicht nur eine Strecke zwischen zwei Parkplätzen.

Manchmal gab es aber auch schwierige Momente. Herr Gaunitz erzählte, dass ihn einige Autofahrer genervt haben, wenn sie zu schnell gefahren sind oder nicht warten wollten. Aber Herr Gaunitz blieb. Seine Kelle war klein, aber sie stand für etwas Größeres: Rücksicht. Die Sicherheit der Kinder ging ihm stets vor.

Am Ende gab er zu, dass Ausschlafen durchaus seine Vorzüge hat. Aber, sagte er, es sei ihm nie so wichtig gewesen wie die Kinder, die morgens auf ihn warteten.

Die Kinder und das gesamte Team der Grundschule bedankten sich herzlich bei ihm mit einem Gutschein für das Restaurant Athena, das diesen freundlicherweise gesponsert hat. Außerdem überreichte Frau Fischer, die seit vielen Jahren die Verkehrshelfer organisiert, Herrn Gaunitz eine besondere „Kelle“ als Pokal, damit er diese schöne Zeit niemals vergisst.